Manchmal sind zwei Nächte erstaunlich viel Urlaub. Vor allem dann, wenn sich nach einigen Stunden Fahrt das Gefühl breit macht, in einer völlig anderen Welt angekommen zu sein. Palmen und italienische Leichtigkeit statt Büro und Alltag … und vor uns ein See, so magisch blau, dass er uns sofort in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt.
Wir verbringen ein Wochenende in der Region Lugano, wohnen in zwei sehr unterschiedlichen Fünf-Sterne-Hotels der Swiss Diamond Hotels Lake Lugano, fahren mit dem Schiff, wandern durch Olivenhaine, schlendern durch jahrhundertealte Gassen und essen an einem Abend so romantisch wie noch nie zuvor. Und einer ist die ganze Zeit dabei: der Luganersee.
Er liegt unter uns. Vor uns. Manchmal umgibt er uns komplett. Er ist Reisebegleiter, Gastgeber, Hüter, Wächter und Traumkulisse zugleich. Es ist, als würde er uns für ein Wochenende in seine Arme schließen und den Rest der Welt vergessen lassen.




Über den Dingen
Unsere erste Begegnung mit dem See findet auf 912 Metern Höhe statt. Mit der Standseilbahn geht es von Lugano-Paradiso hinauf auf den Monte San Salvatore. Gerade einmal zwölf Minuten dauert die Fahrt. Oben reicht der Blick über den Luganersee bis zur Poebene und zu den Gipfeln der Schweizer und Savoyer Alpen. Und als hätte der See für uns Sonnenschein bestellt, haben wir bestes Kaiserwetter.
Der Himmel strahlt, die Sicht ist klar und tief unter uns schlängelt sich der See mit seinen vielen Armen zwischen den Bergen hindurch. Unterwegs auf dem 360-Grad-Rundweg, der um den Gipfel kreist, lernen wir zu verstehen, wie besonders die Form des Sees ist. Buchten, Halbinseln und bewaldete Berghänge schieben sich ineinander, dazwischen glitzert das Wasser. Auch die Geschichte des Berges und der Bergbahn wird auf Infotafeln dargestellt. Nachdem wir alles ausgiebig erkundet haben, kehren wir zu einem kleinen Mittagessen im Ristorante Vetta San Salvatore ein. Auch von hier aus ist der Ausblick atemberaubend. Die Speisekarte ist italienisch geprägt. Überhaupt ist Italien in der Region Lugano nie weit entfernt. Und das nicht nur geografisch. Häuser, Gärten, Speisen, Sprache und Lebensgefühl – alles wie in Bella Italia. Dazu gesellt sich das schweizerische Verständnis von Komfort und Perfektion, sozusagen Dolce Vita gepaart mit Schweizer Präzision – eine Kombination, an die man sich erstaunlich schnell gewöhnen kann.


Herrin des Sees für eine Nacht
Unser erstes Zuhause ist das Swiss Diamond Boutique Hotel La Romantica in Melide, das wir schon vom Gipfel des San Salvatore aus erspäht haben. Denn es liegt spektakulär auf einer schmalen Verbindungsstraße, die quer über den See führt. Dadurch ist das Hotel fast rundherum von Wasser umgeben und liegt quasi mitten im See. Als exklusives Boutique-Hotel verfügt das Fünf-Sterne-Hideaway gerade einmal über 26 Zimmer und Suiten, die im Frühjahr 2025 fertiggestellt wurden. Alle verfügen über eine private Terrasse oder einen Balkon mit Blick auf See und Berge.

„Blick auf den See“ klingt allerdings ziemlich nüchtern für das, was uns erwartet. Ich öffne die Balkontür unserer Junior-Suite und bin erst einmal sprachlos. Wasser. Berge. Himmel. Und wieder Wasser. Unser gläserner Balkon ist ein exklusiver Logenplatz, vor dem sich ein umwerfendes Panorama ausbreitet. Direkt gegenüber, am anderen Seeufer, erhebt sich der Monte San Giorgio. Der dicht bewaldete Berg gehört zum UNESCO-Welterbe und birgt eines der weltweit bedeutendsten Zeugnisse marinen Lebens aus der Trias vor rund 245 bis 230 Millionen Jahren. Wer es sich mit einem leckeren Getränk auf den Korbsesseln des Balkons gemütlich macht, denkt allerdings erst einmal nicht an Erdgeschichte oder UNESCO-Schutz. Wir wollen einfach nur auf diesem Balkon bleiben, den Ausblick in uns aufsaugen, dabei zusehen, wie sich die Sonne im Wasser spiegelt, wie sich die Farben verändern … und spüren, wie wohlige Entspannung in unsere Glieder sickert und sich ein völlig irrationales, aber wunderbares Gefühl in uns breitmacht, als ob der See nur uns allein gehören würde. Jedenfalls für diesen Moment und für diese eine Nacht fühle ich mich wie die Herrin des Sees … Nichts und niemand wird mir den Luxus dieses Augenblicks je wieder nehmen können.


Das La Romantica selbst hält sich angenehm zurück. Italienischer Marmor, maßgefertigte Möbel, viel Glas und klare Eleganz überlassen der Landschaft die Hauptrolle. Im Restaurant Le Rive wird mediterrane und Tessiner Küche modern interpretiert, im Spa gibt es unter anderem Sauna, Hammam und einen beheizten Außenpool – natürlich ebenfalls mit Seeblick.
Ein Gute-Nacht-Gruß vom Berg
Es sind aber nicht nur die großen Gesten, die uns im Swiss Diamond gefallen. Es sind gerade die kleinen. So wachsen in einem botanischen Garten des Hotels Kräuter, wie sie auch am Monte San Giorgio gegenüber vorkommen. Als wir abends auf unser Zimmer zurückkehren, wartet dort eine Thermoskanne mit Kräutertee auf uns. Ein kleiner Gute-Nacht-Gruß vom San Giorgio, der den See, die Landschaft und das Hotel miteinander vereint: Draußen liegt der Berg dunkel auf der anderen Seite des Wassers. Drinnen duftet es nach seinen Kräutern. Vor dem Einschlafen wandert unser Blick wieder hinaus auf den See, der uns fest in seiner Umarmung hält.









Ein Dorf ohne Autos. Und ein Weg durch Olivenbäume
Am nächsten Morgen wechseln wir die Perspektive. An der Schiffsanlegestelle von Paradiso steigen wir auf ein Boot und befinden uns endlich direkt auf dem See. Wir setzen über nach Gandria, einem Ort zum Schlendern und sich treiben lassen. Man muss hier gar nichts Besonderes tun. Einfach nur laufen, schauen, eine Treppe hinuntergehen, nur weil man wissen möchte, wohin sie führt, durch einen Torbogen spähen oder auf einer kleinen Terrasse eine Mittagspause einlegen. Wir entscheiden uns für die Bottega di Gandria direkt an der Anlegestelle. Wir sitzen am Wasser und probieren Spezialitäten aus der Region. Salami, Käse, Brot und Wein sind genau richtig für ein leichtes Mittagessen, bevor wir uns zu Fuß auf den Rückweg Richtung Lugano machen.





Ein Teil unserer Strecke führt über den Sentiero dell’olivo, den Olivenweg zwischen Gandria und Castagnola. Informationstafeln erzählen unterwegs von der Geschichte des Olivenanbaus, aber auch von der Geologie, Natur und Kultur der Region. Der offizielle Weg ist leicht zu gehen und dauert etwa eine Stunde. Er führt uns zwischen mediterranen Pflanzen und Olivenbäumen hindurch, mal ein Stück oberhalb des Wassers, mal fast direkt daneben. Der See fühlt sich inzwischen wie ein alter Bekannter an, dem wir dankbar zulächeln, während wir unsere Hände und Füße in seinem Wasser abkühlen.












Dolce Vita mit Schweizer Seele
Am Nachmittag beziehen wir unser zweites Zuhause: das Swiss Diamond Hotel in Vico Morcote. Zwischen den beiden Häusern liegen nur wenige Kilometer, und obwohl beide derselben Gruppe angehören, sind sie doch völlig unterschiedlich.
Das Swiss Diamond ist größer, opulenter, klassischer. 87 Zimmer und Suiten, viel Prunk, große Räume, ein traumhafter Pool aus blauem und goldenem Mosaik und ein idyllischer Garten direkt am Seeufer machen das Haus zu einem ruhigen Luxus-Domizil für Familien und Paare. Das Haus wurde 2026 nach einer fünfmonatigen Schließung umfassend modernisiert. Sämtliche Gästezimmer, Lobby, der Wellnessbereich und große Teile der technischen Infrastruktur wurden erneuert. Allein 22 Tonnen sizilianischer Marmor kamen dabei zum Einsatz. Seine alte Seele hat das Haus aber zum Glück behalten. Denn dieses Hotel zelebriert eine Art von Luxus, die man heute nur noch selten erlebt: Der Page öffnet die Autotür und nimmt sofort das Gepäck entgegen. Beim Essen wird mir der Stuhl zurechtgerückt. Und als wir die Speisekarten in den Händen halten, stelle ich amüsiert fest, dass bei mir keine Preise aufgeführt sind. Die stehen nur in der Karte des Herrn. Wir erfahren, dass das eine besondere Tradition des Hauses ist. Und ja – es passt zum Charakter und zur konsequent gelebten Romantik des Swiss Diamond. Denn genau darin liegt der besondere Charme des Hauses: Man begibt sich auf eine kleine Zeitreise, die mit so viel Herzlichkeit, Selbstverständlichkeit und Koketterie zelebriert wird, dass sich die fünf Sterne überhaupt nicht steif oder übertrieben anfühlen. Im Gegenteil: Der Luxus macht hier richtig Spaß. Ein bisschen fühlt es sich an, als wären wir in einen alten Film geraten. Rock Hudson müsste eigentlich jeden Moment um die Ecke kommen. Und Doris Day kann auch nicht weit sein.






Und dann ganz großes Kino
Apropos Hollywood: Am Abend wird es wahrlich cineastisch. Denn unser Tisch steht nicht einfach auf der Restaurantterrasse. Für uns ist ein kleiner, separat gelegener Pavillon zwischen Pool und See eingedeckt. Nur für uns. Als hätten wir den Garten und das Personal für uns ganz allein. Während es langsam dunkel wird, singt eine Soulsängerin mit samtiger Stimme einige Meter weiter bekannte Lovesongs, die Lichter des Hotels spiegeln sich im Pool, dahinter glitzert der See, über uns spannt sich der Abendhimmel. Wir schauen uns an. Und wissen nicht, ob wir lachen oder Gänsehaut kriegen sollen, weil es fast surreal ist. Einfach wie im Kino. Nur viel besser. Denn wir sitzen wirklich hier … beim romantischsten Abendessen, das man sich vorstellen kann.



Die Perle am See
An unserem letzten Tag wollen wir noch nicht nach Hause. Also fahren wir kurzerhand noch auf eine Stippvisite nach Morcote. Das ehemalige Fischerdorf wurde 2016 zum schönsten Dorf der Schweiz gewählt. Alte Patrizierhäuser, Laubengänge, enge Gassen und subtropische Vegetation haben ihm den Beinamen „Perle des Ceresio“ eingebracht. Zu den Wahrzeichen gehören die Kirche Santa Maria del Sasso und die monumentale Treppe mit ihren 404 Stufen. Zum Abschluss schlendern wir noch einmal am Wasser entlang und verabschieden uns schweren Herzens von unserem großzügigen Gastgeber: dem See – in dessen Armen wir gerne noch ein bisschen länger geträumt hätten.






Die Region Lugano
Die Region liegt im südlichen Tessin unmittelbar an der italienischen Grenze. Mediterrane Vegetation, Berge und der Luganersee prägen die Landschaft. Von Deutschland sind es mit dem Auto je nach Ausgangspunkt einige hundert Kilometer.
Gut zu wissen
Einmal in der Region Tessin angekommen, kann das Auto in der Hotelgarage stehen bleiben. Denn alle Gäste erhalten das kostenlose Ticino Ticket Ticino Ticket | ticino.ch . Damit können sie den öffentlichen Verkehr im gesamten Kanton kostenlos nutzen und profitieren zudem von Vergünstigungen für verschiedene Attraktionen und Aktivitäten.
Swiss Diamond Boutique Hotel La Romantica, Melide
Das 2025 eröffnete Fünf-Sterne-Boutique-Hotel verfügt über 26 Zimmer und Suiten zwischen 18 und 50 Quadratmetern. Alle verfügen über eine Terrasse oder einen Balkon, teilweise mit atemberaubendem Panoramablick auf den See und die Berge. Zum Haus gehören das Restaurant Le Rive, die Velvet Bar sowie ein Spa mit Sauna, Hammam, Private Spa und beheiztem Außenpool. Ein kostenloser Shuttle verbindet das Hotel mit Lugano und dem Bahnhof; außerdem verfügt das Haus über ein eigenes Ausflugsboot.
Swiss Diamond Hotel, Vico Morcote
Das 2026 umfassend modernisierte Fünf-Sterne-Hotel verfügt über 87 Zimmer und Suiten, die meisten mit Terrasse oder Balkon, teilweise mit Seeblick. Zum Resort gehören das Restaurant Lago direkt am Wasser und das Restaurant Panorama im sechsten Stock sowie ein großzügiger Wellnessbereich mit Innen- und Außenpool, Saunen und Private Spa. Auch hier stehen Hotelgästen ein Shuttle nach Lugano und ein hoteleigenes Ausflugsboot zur Verfügung.


Unsere Tipps
Mit der Standseilbahn auf den Monte San Salvatore fahren und das 360-Grad-Panorama genießen. Mit dem Schiff nach Gandria übersetzen, durch das autofreie Dorf schlendern und anschließend auf dem Olivenweg Richtung Castagnola zurückwandern. Und unbedingt Zeit für Morcote einplanen.






