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VALS – wo Südtirol leise erzählt

Ob beim Wandern, Biken oder Schneeschuhgehen: Die Natur ist hier nicht Kulisse, sondern Wegbegleiterin. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das auf der Fane Alm. Hoch über dem Valsertal gelegen, eingebettet in die Pfunderer Berge, zählt sie zu den schönsten Almdörfern Südtirols. Rund dreißig hölzerne Gebäude mit schindelgedeckten Dächern schmiegen sich an eine weite Wiese: Wohnhütten, Heustadel, eine kleine Kapelle und mehrere bewirtschaftete Almschenken. Kein museales Arrangement, keine inszenierte Idylle – sondern ein lebendiger Ort, der bis heute von Valser Bauern bewirtschaftet wird.

Schon der Weg hinauf ist Teil des Erlebnisses. Der historische Milchsteig folgt Bächen und Wasserfällen, führt durch Schluchten und lichte Waldstücke. Im Sommer eine genussvolle Wanderung, im Winter ein stilles Schneeabenteuer. Oben angekommen öffnet sich ein Panorama, das entschleunigt. Die Berge stehen still und die Zeit scheint für einen Moment ihren Takt zu ändern.

Dabei blickt die Fane Alm auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Mittelalter diente sie zeitweise als Lazarett für Pest- und Cholera-Kranke. Heute ist sie ein Ort der Begegnung, des Innehaltens, des Genusses. Jede Hütte erzählt vom Almleben früherer Zeiten, als Mensch und Tier unter einem Dach lebten und der Sommer hoch oben verbracht wurde.

Alpine Haltung, zeitgemäß interpretiert

Zurück im Falkensteinerhof setzt sich dieses Gefühl fort. Nach einer behutsamen Erneuerung präsentiert sich das traditionsreiche Haus heute als stilvolles 4*S-Hotel, das alpine Bodenständigkeit mit zeitgemäßem Komfort verbindet. Der Charakter blieb erhalten – und wurde zugleich weitergedacht: mit verfeinerter Kulinarik, erweiterten Spa-Bereichen, neuen Angeboten für Familien und modernen Rückzugsorten mit freiem Blick auf die Südtiroler Bergwelt.

„Hotellerie bedeutet für mich Begegnung“, sagt Gaby Falkensteiner von der Eigentümerfamilie. Diese Haltung ist im Haus spürbar. In den 77 Zimmern und Suiten zeigt sich alpiner Stil in ruhiger, zeitgemäßer Form: warme Materialien, klare Linien, viel Licht. Balkone und Loggien holen die Landschaft ins Zimmer und machen sie zum ständigen Begleiter.

Auch für Aktivurlauber ist der Falkensteinerhof ein idealer Ausgangspunkt. Skipiste, Rodelbahn, Langlaufloipen und Schneeschuhrouten beginnen direkt vor der Haustür. Nach einem Tag draußen wartet der neu gestaltete Acquapura SPA – mit Innen- und Außenpool, großzügiger Saunalandschaft, Whirlpool, Kaltwasserbecken und einem „Alpine Relax Room“, der seinem Namen gerecht wird.

Genuss, der Wurzeln hat

Ein zentrales Element des Hauses ist die Küche. Im Rahmen der ¾-Verwöhnpension begleitet sie die Gäste genussvoll durch den Tag – vom Frühstück mit Brot aus der hauseigenen Bakery bis zum abendlichen Gourmetmenü. Küchenchef Elmar Mangger, seit 2019 im Haus, verbindet Südtiroler Tradition mit mediterraner Leichtigkeit und internationalen Akzenten. Seine Gerichte sind kreativ, präzise und tief im Geschmack verwurzelt: Oliven-Kartoffel-Gnocchi mit Grillgemüse und Büffelmozzarella, Rote-Bete-Knödel mit Burrata oder zarte Lammstelze, begleitet von sorgfältig ausgewählten Südtiroler Weinen.

Wellness in Vals folgt einem einfachen Prinzip: erst die Natur, dann die Erholung. Bewegung an der frischen Bergluft wirkt hier wie ein sanfter Reset für Körper und Geist. Im Acquapura SPA wird dieses Gefühl aufgegriffen und vertieft. Wärme, Wasser und alpine Heilpflanzen unterstützen die Regeneration. Zirbelkiefer, Feldthymian und andere Essenzen aus der Bergwelt prägen die Anwendungen. Unter der Leitung von Roberta Morelli begleitet das Spa-Team die Gäste mit Feingefühl zu ihrem persönlichen Wohlbefinden – sei es bei einer Massage, im Panorama-Pool oder in der Sauna.

Wasser spielt dabei eine zentrale Rolle. „Acqua pura“ – reines Wasser – ist hier mehr als ein Name. Es zeigt sich als wohlig warme Einladung im Pool, als belebender Kontrast aus Eis und Kälte nach dem Saunagang, als Dampf oder als klarer Schluck frischen Bergwassers.

Entschleunigung auf stillen Wegen

Eine besonders entschleunigende Erfahrung wartet draußen im Tal. Hans Gatterer, ehemaliger Mitarbeiter des Falkensteinerhofes, erfüllte sich mit seiner Pensionierung den Traum einer eigenen Alpakaherde. Heute nimmt er Gäste ein- bis zweimal pro Woche mit auf eine Wanderung durch die stille Landschaft des Valsertals.

Mit ruhiger Stimme erzählt er von Paul, Peter und Sissi, während die Tiere gemächlich vorausgehen. Kleine Glocken an ihren Hälsen klingen leise im Wind. „Man darf ihnen nur nicht zu lange in die Augen schauen“, sagt Hans Gatterer schmunzelnd. „Sonst verliebt man sich.“
Die Namen folgen einer einfachen Regel: Sie beginnen immer mit demselben Buchstaben wie jener der Mutter. Pauls Mutter heißt Pia. Niemand drängt, niemand eilt. Die Alpakas bestimmen das Tempo – und damit auch den Rhythmus der Gedanken.

So wird aus einem Spaziergang ein bewusstes Innehalten. Gespräche werden leiser, Schritte langsamer. Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass es oft genau das braucht: Zeit, Natur und ein paar freundliche Alpakas, die zeigen, dass der Weg tatsächlich das Ziel ist.

Anreisetipp Mit SkyAlps erreichen Reisende aus Deutschland Südtirol in weniger als zwei Stunden – direkt ab Berlin, Düsseldorf, Dresden, Hamburg, Hannover und Kassel. An Bord genießen Gäste regionale Spezialitäten wie Schüttelbrot, Joghurt oder Apfelsaft sowie eine monatlich wechselnde Auswahl an Südtiroler Weinen. Dank der Kooperation mit Südtirol Wein können bis zu sechs Flaschen Wein ab Bozen kostenlos mitgenommen werden. Kinder unter zwei Jahren fliegen gratis, Kinder bis zwölf Jahre erhalten 30 Prozent Ermäßigung.

copyrights: Carola Faber

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